Ich habe diesen Beitrag schon sehr lange auf meiner anderen Business-Webseite „Dreadzauber – verfilzt & zugeknotet“ in ähnlicher Form online gehabt. Ich bin hauptberuflich als Dreadlocks-Stylistin tätig und bekomme sehr häufig von meinen Kundinnen und Kunden berichtet, wenn es Probleme mit Schuppen, Juckreiz oder sogar Hautreizungen gibt. Und immer bin ich bemüht, eine einfache, preisgünstige und wirkungsvolle Routine für jeweilige Köpfe zu finden.
Wie häufig es vorkommt, dass man nach der Ansatzpflege oder Neuerstellung von Dreadlocks eine gespannte Kopfhaut hat oder sogar etwas Juckreiz entwickelt, ist gar nicht so selten. Und wie schön ist es, wenn Mutter Natur uns genau die Mittelchen zur Verfügung stellt, ohne die Chemiekeule zu schwingen, die oft auch allergische Reaktionen hervorrufen kann?
- Schwarzer Tee
Schwarzer Tee ist eine ganz tolle Soforthilfe. Er wirkt durch seine Gerbstoffe adstringierend, beruhigend und ist auch gleichzeitig leicht entzündungshemmend bei Juckreiz und gereizter Kopfhaut.
Man kann ihn ganz normal aufbrühen und lange ziehen lassen. Wenn der Tee handwarm oder kalt ist, drückt man den Teebeutel leicht aus und tupft damit die juckende Kopfhaut ab. Das kann man nach Bedarf über den Tag verteilt wiederholen. Die Tasse einfach mit einem Deckel abdecken oder direkt in einem sauberen Marmeladenglas aufbrühen und verschließen. Spätestens nach 24 Stunden sollte der Tee erneuert werden. Alternativ kann man ihn in eine Sprühflasche füllen und als Sprühkur für die Kopfhaut nutzen.
Ergänzen mit ätherischen Ölen:
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- 1-2° Lavendel
- 1-2° Teebaum
Optional kann man in die abgekühlte Teemenge 1–2 Tropfen Lavendel oder Teebaumöl geben. Lavendel wirkt beruhigend und regenerierend, Teebaumöl klärend bei Schuppen und Irritationen. Vor jeder Anwendung gut schütteln.
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- Aloe Vera Gel
Den meisten Kundinnen und Kunden empfehle ich Aloe Vera Gel. Es wirkt feuchtigkeitsspendend, kühlend und unterstützt die Regeneration gereizter Kopfhaut.
Man sollte darauf achten, dass es sich um 100 % Aloe Vera Gel handelt – ohne Zusätze, Parfum oder Alkohol. Ideal ist ein Pumpspender, damit keine Keime hineingelangen. So hält sich das Gel im Kühlschrank eine Weile gut.
Du kannst es bei trockener Kopfhaut direkt auftupfen und einziehen lassen oder Aloe Vera Gel und Wasser zu gleichen Teilen in einen kleinen Pump-Zerstäuber füllen. Das kannst du morgens und/oder abends auf deine Ansätze sprühen.
Ergänzen mit ätherischen Ölen:
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- 1-2° Lavendel
- 1-2° Weihrauch (Frankincense)
Optional kannst du auf 30 ml Gel oder Gel-Wasser-Mischung 1–2 Tropfen Lavendel zur Beruhigung oder Weihrauch (Frankincense) zur Unterstützung der Hautregeneration geben. Vor Gebrauch gut schütteln.
Wichtig: Gekauftes Gel ist aufgrund von Konservierungsstoffen wie Glycerin oft weniger sprühfähig – hier braucht es meist mehr Wasser. Frisches Gel aus dem Blatt kann man mit dem Mixer verflüssigen; im Verhältnis 1:1 mit Wasser ist es dann gut sprühfähig.
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- Birkenwasser
Gegen Kopfhaut-Juckreiz hilft oft Birkenwasser. Es wirkt klärend und regulierend auf die Kopfhaut. Leider bekommt man es selten alkoholfrei im Handel. Alkohol verlängert zwar die Haltbarkeit, trocknet jedoch die Kopfhaut zusätzlich aus – und das führt erneut zu Juckreiz.
Wenn schnelle Hilfe nötig ist, kann man sich selbst ein starkes Birkenhaarwasser herstellen. Im Winter kann man statt Blättern auch Birkenrinde verwenden.
Zutaten:
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- ca. 300 g frische Birkenblätter (Frühling bis Herbst) oder Birkenrinde (Winter)
- 2 l Wasser
- evtl. 2–3 EL Apfelessig
- optional 3–5° Rosemarin zur Durchblutungsförderung
- optional 2–3° Zedernholz (Cedarwood) bei trockener, schuppiger Kopfhaut
Zubereitung:
Blätter oder Rinde mit dem Wasser in einen Topf geben, kurz aufkochen und anschließend ziehen lassen – je länger, desto besser (mindestens 3 Stunden). Danach abseihen. Nach dem Abkühlen Apfelessig und – falls gewünscht – die ätherischen Öle hinzufügen, gut verschütteln und in Flaschen füllen. Im Kühlschrank lagern. Vor jeder Anwendung gut schütteln. Der Essiggeruch verfliegt nach dem Auftragen.
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- Rosmarin
Möchtest du deiner Kopfhaut etwas Gutes tun und das Haarwachstum anregen? Rosmarin fördert die Durchblutung und kann die Haarwurzeln stimulieren.
Für eine Rosmarin-Tinktur nimmst du 4–5 Zweige frischen Rosmarin und gibst sie in 400 ml Wasser. Aufkochen, dann mit Deckel 20 Minuten sanft simmern lassen. Anschließend abkühlen lassen, abseihen und in eine Sprühflasche füllen.
Ergänzen mit ätherischen Ölen:
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- 3-4° Rosmarin
- 1-2° Pfefferminz
Optional kannst du nach dem Abkühlen 3–4 Tropfen Rosmarin und 1–2 Tropfen Pfefferminz hinzufügen. Gut schütteln. Morgens und abends als Kur auf die Kopfhaut sprühen. Es regt die Durchblutung an und unterstützt kräftigere Haarwurzeln.
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- Rosmarin, Ingwer und Zimt
Rosmarin wirkt durchblutungsfördernd, Zimt entzündungshemmend und beruhigt die Kopfhaut, Ingwer wirkt wärmend und stimulierend.
Du kannst einen frischen Zweig Rosmarin, eine Zimtstange und kleine frische Ingwerstücke in dein Shampoo geben. Dafür nimmst du am besten eine leere Pumpflasche, füllst darin dein Shampoo ein, Zutaten hinzugeben und 2–4 Wochen als Kaltauszug ziehen lassen. Anschließend regelmäßig für sanfte, reinigende Massagen nutzen.
Ergänzen mit ätherischen Ölen:
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- 3-4° Rosmarin
- 1-2° Ingwer
- max. 1° Zimt
Zusätzlich kannst du 3–4 Tropfen Rosmarin und 1–2 Tropfen Ingwer ergänzen. Bei Zimt (Cinnamon Bark) maximal 1 Tropfen auf die gesamte Flasche geben, da es sehr intensiv ist. Vor jeder Anwendung gut schütteln.
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- Vogelmiere
Vogelmiere wirkt juckreizstillend und entzündungshemmend.
2 kleine Hände Vogelmiere mit 250 ml Wasser pürieren. 50 ml durch ein feines Sieb in ein Gefäß geben. Den Rest (inklusive der Pflanzenreste) 10 Minuten mit Deckel köcheln lassen. Zu den 50 ml Flüssigkeit 20 ml Apfelessig geben. Nach dem Abkühlen den Sud ebenfalls abseihen und hinzufügen.
Ergänzen mit ätherischen Ölen:
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- 2-3° Lavendel
- 2° röm. Kamille
Optional 2–3 Tropfen Lavendel oder 2 Tropfen römische Kamille (Roman Chamomile) hinzufügen. Gut schütteln und in eine braune Sprüh- oder Pipettenflasche füllen.
Nach Bedarf auf die gereizte und juckende Kopfhaut auftragen und vor jeder Anwendung gut schütteln.
Hinweis zur Haltbarkeit:
Die Vogelmiere-Zubereitung ist ein frischer, wässriger Pflanzenauszug ohne synthetische Konservierungsstoffe. Sie sollte stets im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 3–5 Tagen verbraucht werden. Bei Veränderungen von Geruch, Farbe oder Konsistenz bitte nicht weiterverwenden und frisch herstellen.
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- Saure Rinse
Eine saure Rinse ist ein stilles Ritual am Ende der Haarwäsche. Während Shampoo das Haar öffnet, bringt die saure Rinse es wieder zurück in seine Ordnung.
Wirkung auf die Haare
Die saure Rinse schließt die Schuppenschicht leicht aber nicht komplett, die sich beim Waschen weit geöffnet hat. Das Haar fühlt sich glatter an, wirkt glänzender und lässt sich besser sortieren. Kalkrückstände – gerade bei hartem Wasser – können gelöst werden. Das ist besonders hilfreich, wenn das Haar stumpf wirkt oder sich belegt anfühlt. Locken bekommen oft mehr Definition. Dread-Ansätze fühlen sich klarer an. Frizz wird gemildert. Nicht, weil etwas beschwert wird, sondern weil die Struktur sich beruhigt.
Wirkung auf die Kopfhaut
Auch die Kopfhaut atmet auf. Ihr natürlicher pH-Wert liegt im leicht sauren Bereich. Viele Shampoos (selbst milde) verschieben dieses Milieu. Eine saure Rinse hilft, es wieder einzuordnen. Sie kann Spannungsgefühle lindern, leichte Irritationen beruhigen und das Hautmilieu stabilisieren. Wenn Juckreiz durch Kalk oder Produktrückstände entsteht, ist sie oft eine einfache und wirkungsvolle Unterstützung, um Rückstände sanft loszuwerden.
Zubereitung:
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- 1 Liter kaltes oder lauwarmes Wasser
- 1–2 EL Apfelessig
Und auf keinen Fall auf andere Essig-Sorten wie Tafelessig oder Balsamico ausweichen!!
Bei empfindlicher Kopfhaut zunächst:
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1 EL auf 1 Liter Wasser
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Ergänzen mit ätherischen Ölen:
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- 1–2 Tropfen Lavendel bei empfindlicher, gereizter Kopfhaut
- 1 Tropfen Rosmarin zur sanften Durchblutungsanregung
Anwendung:
Ich nehme meist einfach eine leere Wasserflasche (1,5L aus Kunststoff) mit in die Dusche und fülle darin Wasser und Apfelessig ein, verschwenke es dann gut durch, damit es sich gut vermischt. Nach dem gründlichen Ausspülen des Shampoos gießt du die Rinse langsam über Haare und Kopfhaut. Wirklich langsam. Lass sie durchfließen. Massiere sie nicht hektisch ein, sondern verteile sie achtsam.
Nicht mehr mit klarem Wasser nachspülen. Der Essiggeruch verfliegt, sobald die Haare trocken sind. Zurück bleibt kein Duft!
Wie oft darf man das machen?
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- Bei normaler Kopfhaut: bei jeder Haarwäsche oder jeder zweiten
- Bei sehr kalkhaltigem Wasser: nach jeder Haarwäsche möglich
- Bei trockener oder sensibler Kopfhaut: maximal 1 Mal pro Woche
Zu hoch dosiert oder zu häufig angewendet kann selbst Gutes austrocknen. Deshalb: mild beginnen. Beobachten. Anpassen. Und auf keinen Fall auf andere Essig-Sorten wie Tafelessig oder Balsamico ausweichen!!
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- Leinsamen – die beste Lockenpflegeroutine
Es gibt Rezepte, die so einfach sind, dass man sie fast übersieht – und doch machen sie den Unterschied. Leinsamen-Gel für Locken oder Wellen ist so ein kleines Wundermittel. Es schenkt Definition, Halt und Glanz, ohne zu beschweren. Du wirst überrascht sein, wie lebendig und geschmeidig deine Locken danach wirken.
Und das Beste: die Anwendung ist unkompliziert, Rückstände sind nicht spürbar, der nächste Tag wird zum zweiten Locken-Tag, ohne dass du alles neu stylen musst.
Zubereitung des Leinsamen-Gels:
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- 3 EL ganze Leinsamen
- 250 ml Wasser
- optional 1° Lavendel für Beruhigung und Duft
- optional 1° Rosmarin für leichte Stimulation der Kopfhaut
So geht’s:
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- Leinsamen (nicht geschrotet, sondern am besten ganz) mit Wasser in einen Topf geben.
- Aufkochen, dann einige Minuten sanft simmern lassen, bis eine gelartige Konsistenz entsteht.
- Vom Herd nehmen, durch ein feines Sieb abgießen. (Die jetzt aufgequollenen Samen können weiter in Müsli verarbeitet werden)
- Gel abkühlen lassen.
Aufbewahrung:
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- Reste in Eiswürfelformen einfrieren
- Nach Bedarf einzelne Würfel im dichten kleinen Plastikboxen auftauen, während man in der Dusche steht. So ist es gleich auf Temperatur, wenn man nach dem Duschen mit der Lockenpflege-Routine beginnt.
Anwendung:
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- Nach der Haarwäsche das Gel ins noch feuchte Haar verteilen, bis es richtig „schmatzt“. Dann die Locken vorsichtig kneten und formen.
- Trocknen lassen wie gewohnt und mit den Händen später leicht kneten oder mit mittlerer Hitze vom Fön trocken kneten. Auch mit dem Diffuser-Aufsatz klappt das wunderbar!
- Am nächsten Tag: Haare nur leicht anfeuchten und erneut kneten – die Locken springen wieder auf, ganz ohne Beschweren oder Rückstände
Dieses Gel unterstützt die natürliche Form deiner Locken, gibt Halt, ohne dass sie hart oder klebrig werden. Es ist ein kleines Ritual, das deine Locken liebt – und du wirst den Effekt lieben, weil er so mühelos ist. Zudem ist es preiswert und in jedem Supermarkt zu finden.
Bitte kontaktiere eine medizinische Fachkraft, wenn deine Beschwerden anhalten!
Denn meine Rezept-Ideen ersetzen keinen Arzt oder keine Ärztin!
| Woher ich meine Öle nehme und wo ich sie kaufe, kannst du unter folgendem Link nachlesen:
„Ätherische Öle – von Young Living“ – Brand Partner Hast du Interesse an ein wenig Austausch oder möchtest du dich beraten lassen? |
